Manzanares ist der südlichste Punkt meiner Reise. Östlich Madrid führt der Wegzurück. Tagesziel ist Alarcón, ein völlig unbedeutendesDörfchen abseits der großen Verkehrsadern.

PäuschenDie Strecke war insgesamt nicht sehr interessant - die Mancha istnun mal eine grundsätzlich sehr regenarme, trockene und steinige Hoch-Ebene mit nur gelegentlichen Einschnitten durch ausgetrocknete oder wenig Wasser führende Flüßchen, die konsequent gestaut sind, um den Wasserhaushalt dosiert steuern zu können. Daher begene ich immer wieder und überarschend einem See oder 'stehenden' Flüssen.

BewässerungIch hatte gelesen, dass Spanien wegen des regenarmen Winters, der hinter uns lag,unter außergewöhnlichem Wassermangel litt. Um so erstaunlicher das in völligem Kontrast zu den landwirtschaftlich nicht geutzten Flächen stehende saftige und satte Grün - und der verschwenderische Umgang mit Wasser durch riesige Berieselungsanlagen. Die waren in vielen Fällen um die Mittagszeit aktiv, obwohl selbst dem Laien klar sein muss, dass die hochstehende Sonne und Hitze einen großen Teil des kostbaren Wassers verdunsten lassen würde.

Bekanntlich ist es aber so, dass gerade in Spanien Wasser unvergleichlich billiger ist, als in unseren regenreichen Breiten - eine Logik der besonderen Art und kaum Anreiz, damit Haus zu halten.

Ein Dorf namens AlhambraInsgsamt - wie schon gestern - eher langweilige Straßen - eine langweilige Fahrt. Die Extremadura ist abwechslungsreich im Vergleich mit der an sich fruchtbaren, monotonen Hochebene der Mancha, die dem Auge keine Abwechslung, dem Fahrer keine Kurve bietet. Dennoch fotografierte ich, weil ich Zeit und Muße hatte, wenn, wie hier das Dörfchen Alhambra, auf einem Hügel liegend, eine reizvolle Aussicht anbietet, obwohl die nagelneue Umgehungsstraße mit einer eleganten Kurve zum Gas geben verleiten möchte.

Von Alarcón hatte ich keine Vorstellung. Wie gesagt - abseits gelegen und nur der Tatsache, dass ich dort im Parador reserviert hatte, war es verdanken, dass ich dort hin fuhr. In den 3 Jahren, die ich in Spanien gelebt habe, bin ich sicher mehrere dutzend Male die Strecke Madrid-Valencia gefahren ohne zu ahnen, dass es Alarcón gibt und dass da gut schlafen und essen ist.

Anblick bei der AnkunftAlarcón liegt auf dem Rücken eines kleinen Felsmassivs in eine Schleife des Rio Jucar südöstlich von Madrid - die Nationalstraße N11 Madrid - Valencia führt einige km nördlich vorbei.

Einfahrt zum Dorf AlarcónUm so überraschter war ich von dem völlig unerwarteten ersten Anblick. Und ch hielt mehrmals an, um die Zufahrt zu meinem Quartier zu fotografieren.
Zufahrt zum Dorf Eingang zum Parador

Eintritt in den BurghofIch betrete durch das für Fahrzeuge gesperrte kleine Burgtor den intimen, lückenlos von vergleichsweise hohen Gebäuden gefassten Burghof und sehe mich einer hoch modernen, stilistisch wunderbar eingefügten Fassade mit innenliegenden, offenen Zugängen zu jeweils 3 Zimmern auf 2 Etagen gegenüber - einem an die alte Wehrmauer dem Hof zugewandtes Gebäude.

GO!Das mittlere Zimmer in der 2 Etage war für mich reserviert. Der leisegängige Aufzug und das Zimmer selbst zeugen von Moderne, Funktionalität, Luxus und Geschmack. Ein Schwenk mit Rücken zum Eingang gegen die Uhr und der abschließende Blick aus dem Fenster läßt das Wohlgefühl ahnen, das mich umgibt, als ich Besitz nehme.

Bummel durchs Dorf
Bummel im Dorf
Bummel durchs Dorf
Speise-Saal
Psotre bzw. Nachtisch Speise-Saal
Sicher geparkt Abendbummel - in die Betten!  

Ein Bummel durchs Dorf - und mehr ist Alarcón nicht - zeigt eine überraschende Anzahl historischer Gebäude aus besseren Zeiten, wie man sie in vergleichbaren Ansiedlungen bei uns kaum mehr findet.

Der Comedor im ehemaligen Rittersaal unterstrich das glückliche Händchen des Innenarchitekten in der gelungenen Verbindung von mittelalterlichem Flair mit Moderne - und für die Qualität des Abendessens stehe die Optik des Nachtisches.

Der abschließende Bummel bestätigt, dass mein Motorrad und ich gut untergekommen sind.

Etappe 8
 
Manzanares - Alarcón ( 9.Tag: Samstag, 07.05.2005 - Etappe 8)